Usbekistan

Märchenhaftes Usbekistan- aber der Weg dorthin ist weit und will erkämpft werden (7.8.- 10.8.):

(Verfasser: Sabi) Wir starteten mit frisch repariertem Auto, 30L Trinkwasser, 40L Brauchwasser, 100L Diesel und etlichen Fertignudelgerichten von Beyneu los. Ziel war vorerst die Usbekische Grenze und wenn alles gut läuft Kungrad, ein kleines usbekisches Städtchen nicht weit von Nukus entfernt. Mit Maria und Marcel im Konvoi bahnten wir unseren Weg durch den etwas angetrockneten Matsch. Unser Bus meldete sich ziemlich bald wieder- die Temperatur war wieder angestiegen. Während wir den Motor abkühlen ließen mussten wir uns entscheiden: wieder umdrehen und auf Hilfe in Beyneu hoffen, oder versuchen nach Usbekistan weiter zu fahren? Natürlich wollten wir nicht wieder zurück und Hoffnung auf Hilfe hatten wir dort sowieso keine. So fuhren wir in einem etwas eigensinnigen Fahrstil weiter. Sobald die Temperatur zu steigen begann, mussten wir versuchen schneller als 40km/h zu fahren und der Motor kühlte wieder ab. Ging dies einmal nicht mussten wir eben eine Abkühlpause einlegen. So weit so gut. Nach der zweiten Abkühlpause meldete sich unser Bus wieder- er sprang schon wieder nicht an. Dieses Problem hatten wir also auch noch immer. Was macht man da? Eh klar! Man schiebt! Irgendwann hatten wir schon richtig Routine: ich saß im Auto und startete, während die anderen drei schoben. Wir mussten darauf achten wo und wie wir unseren Bus parkten, damit wir diesen anschieben konnten. Sehr amüsant waren kniffligere Situationen wie bei Polizeikontrollen. Vor diesen Burschen hatte unser Bus nämlich Angst und sprang jedes Mal, wenn ein Uniformierter in der Nähe war an. Und so zog sich das ganze Spiel über 1000km weiter. Für uns war diese Art zu reisen zur Normalität geworden und wie selbstverständlich standen wir alle da, warteten auf das so wohltuende Geräusch des Motors und nahmen wortlos unsere Position ein sollte es nicht ertönen. Rückblickend fällt es uns sehr leicht über diese Pannen zu schreiben. In der Situation selbst war dies doch ein Stressfaktor. Den Weg durch Usbekistan hätten wir aber ohne Maria und Marcel niemals geschafft! Und nicht nur, dass sie uns mit unserem zickenden Bus halfen, es machte auch richtig Spaß mit den beiden durch die Wüste zu cruisen und Usbekistan zu erkunden.

Die Usbekische Grenze ist ein eigenes Kapitel für sich. Zur Mittagszeit erreichten wir diese und wurden von der kasachischen Seite innerhalb 2 Stunde abgefertigt. Wir reihten uns brav hinter die vor uns wartenden Autos im Niemandsland ein und warteten darauf bis sich die Tore zur usbekischen Kontrolle öffneten. Sie blieben aber geschlossen. Für sehr lange Zeit. Immer mehr Autos kamen und drängten sich von allen Seiten auf einen freien Platz. Nach 2 Stunden wurde das Tor geöffnet und eine Charge Auto´s durchgelassen. Drei Autos vor uns wurde das Tor wieder geschlossen. Wir mussten wieder warten bis wir an die Reihe kamen. Wir verbrachten die Zeit mit sehr viel Reden, wodurch die nächsten drei Stunden einigermaßen erträglich waren. Nach insgesamt 7 Stunden an der Grenze wurden auch wir durch das Tor gelassen. Zu warten ist natürlich nie angenehm, an diesem Ort kommt es einem aber doch beinahe unmenschlich vor. Auf einem 20x80m Streifen Matsch, mit Stacheldraht umzäunt, ohne Toilette und ohne Möglichkeit Wasser oder dergleichen zu kaufen sind 5 Stunden reine Wartezeit eine halbe Ewigkeit. Mehrere Wartende, die auf solch eine lange Wartezeit nicht eingestellt waren gingen von Auto zu Auto und baten um Trinkwasser. Unsere Stimmung war nicht gerade auf dem Höhepunkt, dennoch war das Warten zu viert leichter, als zu zweit. Innerhalb einer Stunde waren dann alle Zollpapiere ausgefüllt, Personalien kontrolliert und sogar unser Bus wurde innerhalb dieser Zeit 3 mal kontrolliert und durchsucht. Obwohl die freundlichen Beamten versuchen ihre Arbeit sehr genau zu machen, sind sie für Scherze, Flirts, allgemeine Plaudereien und Ballspielen mit den Drogenspührhunden aufgelegt. Manchmal verfallen diese ihrer Mittagsmüdigkeit und nehmen das eine oder andere Prozedere nicht so ernst und genau. Ein Beispiel: Wie wir ja bereits wissen ist ab Russland Papierkram und Auto Männersache. Frauen haben hier nichts verloren und werden separat kontrolliert. Da Alex der Fahrzeughalter ist, funktioniert alles problemlos. Bei Maria und Marcel war dies anders, da Maria (ja genau die Frau! 😛 ) Fahrzeughalterin ist, und sie wurde trotzdem zu den anderen Frauen geschickt. Alex und Marcel mussten eine Deklaration oder was auch immer ausfüllen. Unterschreiben muss aber der Fahrzeughalter! Natürlich wollen wir Ausländer alles korrekt machen, um ja keine Probleme zu bekommen. Deshalb versuchte Marcel der netten Dame am Schalter klar zu machen, dass er nicht der Fahrzeughalter ist und nicht unterschreiben darf/will. Der Dame war dies jedoch ziemlich egal und forderte diesen mehrere Male auf, für Maria zu unterschreiben. Dieser verneinte abermals, da dies doch nicht korrekt ist. Etwas genervt entriss sie ihm das Dokument, knurrte „Maria“ und unterschrieb selbst für Maria. Mehr als lauthals loslachen schafften die beiden dann nicht mehr J Ich wäre ja soooo gerne dabei gewesen!

Da es bereits Abend war blieben wir gleich nach der Grenze stehen und übernachteten auf einem Parkplatz bei einer Polizeistation. Für ein Päckchen Zigaretten passte der Beamte dann auch sehr gerne auf unsere Fahrzeuge auf.

Teil 1: Märchenhaftes Usbekistan- Muinaq/Aralsee↵

Teil 2: Xiva↵

Teil 3: Buchara↵

Teil 4: Samarkand↵

Teil 5: Ferghanatal↵

Teil 6: Legal kommt man nicht durchs Land↵

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